Dick gesund, schlank krank?!

- Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen – all diese Erkrankungen werden durch Üb ergewicht und Adipositas begünstigt. Übermäßiges Gewicht gehört damit zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren. Im Gegensatz dazu gilt Normalgewicht als protektiv und gesundheitsfördernd. Betrachtet man hingegen die Stoffwechselgesundheit, trifft diese einfache Gleichung nicht zu.

Bereits in den 1980er Jahren wurden Patienten identifiziert, die trotz einer bestehenden Adipositas keine Anzeichen eines erhöhten gewichtsbedingten Risikoprofils zeigten. Entgegen eines Body Mass Index jenseits der 30 kg/m² wiesen sie weder Bluthochdruck noch eine Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2 oder eine Fettstoffwechselstörung auf. Aus diesem Grund erhielten sie den Beinamen der stoffwechselgesunden Übergewichtigen oder metabolically healthy obese (MHO).

Andererseits gibt es auch Menschen, die mit einem BMI von weniger als 25 kg/m² definitionsgemäß als normalgewichtig gelten aber trotzdem Stoffwechselveränderungen zeigen, die bei Übergewichtigen zu erwarten wären. Aus diesem Grund werden sie häufig auch als stoffwechselkranke normalgewichtige Personen bezeichnet. Im englischsprachigen Raum findet sich für dieses Phänomen häufig die Bezeichnung metabolically unhealthy normal weight (MUNW).

Wieso einige Übergewichtige stoffwechselgesund sind, während ein Teil der Normalgewichtigen Stoffwechselabnormalitäten zeigt, bleibt Bestandteil der Forschung. Als Grundlage vermutet man jedoch neben genetischen vor allem Lebensstilfaktoren. Besonders eine gesunde Ernährung, Nikotinkarenz und ein aktiver Lebensstil scheinen entscheidend und können den negativen Folgen des Übergewichts entgegenwirken. Demgegenüber wirkt sich ein ungesunder Lebensstil auch bei Normalgewicht negativ auf die Gesundheit aus.

In Anbetracht des Fehlens standardisierter Kriterien variieren die Zahlen für die Häufigkeit von MHO und MUNW. Für die stoffwechselgesunden Übergewichtigen rangieren sie beispielsweise von wenigen bis mehr als 50 % aller übergewichtigen Erwachsenen. Auch beim Anteil der stoffwechselkranken normalgewichtigen Personen herrscht Unsicherheit. Eine im Jahr 2008 von Wildman et al. veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit kam zu dem Ergebnis, dass bei 23,5 % der erfassten normalgewichtigen Personen entsprechende Stoffwechselveränderungen nachweisbar waren. Dem gegenüber beziffern andere Studien den Anteil der MUNW an den Normalgewichtigen lediglich im einstelligen Prozentbereich.

Unklarheit besteht auch über das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die aktuelle Datenlage bleibt unvollständig und widersprüchlich. Es ist davon auszugehen, dass Personen mit nachweislichen Stoffwechselauffälligkeiten wie einer Insulinresistenz ein höheres kardiovaskuläres Risiko aufweisen als Stoffwechselgesunde gleichen Gewichts. Das Verhältnis zwischen MHO und MUNW bleibt indes unklar. Während einige Studien zu dem Ergebnis kommen, dass MUNW ein höheres Risiko haben als MHO, kommen andere zu entgegengesetzten Ergebnissen. Die Entwicklung einheitlicher Kriterien und weitere Forschung können künftig dazu beitragen diese Fragen zu beantworten.

Auch wenn Übergewichtige ohne Stoffwechselanomalien ein geringeres Risiko für Folgeerkrankungen des Übergewichts haben, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass sich bei 30-50 % die Stoffwechsellage verändern kann. Aus den einst stoffwechselgesunden Übergewichtigen können im Laufe der Jahre Stoffwechselkranke mit den entsprechenden Folgen werden. Dies scheint vor allem der Fall zu sein, wenn es zu einer weiteren Gewichtszunahme kommt. 

Grundsätzlich ist die Handlungsempfehlung für alle Übergewichtigen gleich. Neben einer Gewichtsreduzierung profitieren sie im Verlauf von regelmäßiger Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung. In Bezug auf stoffwechselkranke Normalgewichtige werden die gleichen Maßnahmen empfohlen. Als schwierig kann sich jedoch die Identifizierung der potentiell gefährdeten Personen mit normalem Gewicht gestalten, da sie sich häufig keines Risikos bewusst sind.

Als Anhaltspunkt für die Stoffwechselgesundheit sollte vor allem die Körperzusammensetzung herangezogen werden, da der BMI nur anhand von Körpergröße und -gewicht berechnet wird und somit leicht verfälscht werden kann.

Eine sportliche Person mit großer Muskelmasse aber geringem Fettanteil kann anhand des BMI als übergewichtig klassifiziert werden, während eine unsportliche Person mit einem erniedrigten Muskel- und erhöhtem Fettanteil noch als normalgewichtig gilt.

Des Weiteren ist die Verteilung des Fettgewebes für die Stoffwechselgesundheit entscheidend. Im Vergleich zu dem eher passiven Unterhautfettgewebe ist das im Körperinneren liegende viszerale Fett sehr stoffwechselaktiv. Es schüttet eine Vielzahl von Botenstoffen aus, beeinflusst Entzündungsprozesse und gilt als eigener Risikofaktor für die Entstehung von Erkrankungen des Stoffwechsels und Herz-Kreislauf-Systems. Im Körperkern liegend, lässt sich sein Ausmaß meist nur mit aufwendigen Methoden messen. Dabei kann seine Menge auch bei Normalgewicht und einem schlanken Erscheinungsbild vergrößert sein (TOFI - außen schlank, innen fett).

Eine schnelle und nichtinvasive Alternative bietet der seca mBCA. Mittels bioelektrischer Impedanzanalyse ist er in der Lage die Körperzusammensetzung Anteil der viszeralen Fettmasse präzise zu bestimmen und eignet sich somit optimal für Screeninguntersuchungen bei Über- aber auch Normalgewichtigen. Vermehrtes viszerales Fett wird damit frühzeitig erkannt und kann behandelt werden noch bevor es zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führt.

Bild 1 © “Korn V.” / Adobe Stock

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